Im Sonnenschein von Glück und Zufriedenheit
In der Allg. Heimatzeitung von 1993 portraitiert ein Artikel von Carola Engler mit dem Titel "Im Sonnenschein des Glücks und der Zufriedenheit" auf sympathische Weise die Geschichte von Margaretha Rauch und die Entstehung der Margaretha- und Josephinenstiftung.
Den Armen gab sie mit vollen Händen
Margaretha Rauch galt als eine überaus einfache und bescheidene Frau und gewiß nicht als das, was man landläufig schön nennt. Aber sie war gut, unendlich gut, und man ist zutiefst beeindruckt von dem Zauber der Liebe, Einfalt und Anspruchslosigkeit, den ihre Persönlichkeit ausstrahlt. Kellerberger schrieb seine Gedanken über sie wie folgt nieder: "Die Seele, die sich in ihrem Antlitz malt, muß rein gewesen sein.
Diese Gesichtszüge sind Atemzüge der Gottseligkeit, die in Margarethas Seele ruht, und wer sie betrachtet, fühlt es, wie dieser Margaretha ganzes Sein und Denken im Jenseits wurzelt, dem all ihr Freuen und all ihr Sehnen und Hoffen gehört."
Diese Gesichtszüge sind Atemzüge der Gottseligkeit, die in Margarethas Seele ruht, und wer sie betrachtet, fühlt es, wie dieser Margaretha ganzes Sein und Denken im Jenseits wurzelt, dem all ihr Freuen und all ihr Sehnen und Hoffen gehört."
Margaretha Rauch lebte überau sparsam; den Armen jedoch gab sie mit vollen Händen. Auf dem Bild kommt zum Ausdruck, wie glücklich sie gewesen sein muß als sie gerad' mühsam genug ihre Unterschrift auf die Urkunde setzte, in der sie ihren nächstfolgenden ihren letzten Willen kundtat.
Es war auch gleichermaßen der letzte Wille ihrer Schwester Josepha Albrecht. Sie vermachten den Armen und Notleidenden die für die damalige Zeit gewaltige Summe von 122.804 Gulden. Das war eine wahrhaft enorme soziale Tat!
Mit Wirkung vom 8. Januar 1847 haben die beiden Schwestern Margaretha Rauch, ihres Zeichens ledige Mühlbesitzerin, und Josepha Albrecht, Gastwirtswitwe, die Margaretha- und Josephinen-Stiftung ins Leben gerufen.
Der aus katholischen Bürgern bestehende Verwaltungsausschuss setzte sich aus einem Stiftungsverwalter, zwei Kontrolleuren und elf Beisitzern zusammen, die auf Lebenszeit ihre Posten innehatten.
Es war auch gleichermaßen der letzte Wille ihrer Schwester Josepha Albrecht. Sie vermachten den Armen und Notleidenden die für die damalige Zeit gewaltige Summe von 122.804 Gulden. Das war eine wahrhaft enorme soziale Tat!
Mit Wirkung vom 8. Januar 1847 haben die beiden Schwestern Margaretha Rauch, ihres Zeichens ledige Mühlbesitzerin, und Josepha Albrecht, Gastwirtswitwe, die Margaretha- und Josephinen-Stiftung ins Leben gerufen.
Der aus katholischen Bürgern bestehende Verwaltungsausschuss setzte sich aus einem Stiftungsverwalter, zwei Kontrolleuren und elf Beisitzern zusammen, die auf Lebenszeit ihre Posten innehatten.
Das Vermögen war für die in Kempten beheimateten Einwohner katholischer Konfession zu verwenden, zum Beispiel für brave Bürger, die durch Krankheit, andere Unglücksfälle oder wegen hohen Alters oder sonstiger Gebrechen arbeitsunfähig oder ohne ihr Verschulden von allen notwendigen Mitteln entblößt waren; und für Kinder braver Bürger, die besondere Talente entwickelten und von denen zu erwarten war, dass sie für ihre Eltern oder Geschwister eine Stütze sein würden und zu brauchbaren und nützlichen Menschen herangebildet werden konnten.
Aber auch für Anstalten zur "Beförderung, Veredelung und Verbreitung von Wissenschaft, Gewerbstätigkeit und zur Ausbildung in anderen nützlichen Kenntnissen" standen bestimmte Beträge zur Verfügung. Weiterhin sollten bereits bestehende Anstalten, wie zum Beispiel das Waisenhaus oder ähnliche neu zu gründende Institutionen mit analogen Zielen, unterstützt und gefördert werden. Überhaupt wurden alle Möglichkeiten zur Förderung des Guten, zu Verbreitung von Wohltätigkeit, verbunden mit nützlichen Zwecken zum Besten der katholischen Gemeinde Kemptens wahrgenommen.
Aber auch für Anstalten zur "Beförderung, Veredelung und Verbreitung von Wissenschaft, Gewerbstätigkeit und zur Ausbildung in anderen nützlichen Kenntnissen" standen bestimmte Beträge zur Verfügung. Weiterhin sollten bereits bestehende Anstalten, wie zum Beispiel das Waisenhaus oder ähnliche neu zu gründende Institutionen mit analogen Zielen, unterstützt und gefördert werden. Überhaupt wurden alle Möglichkeiten zur Förderung des Guten, zu Verbreitung von Wohltätigkeit, verbunden mit nützlichen Zwecken zum Besten der katholischen Gemeinde Kemptens wahrgenommen.
Weitere Stiftung gegründet
Nach einer Urkunde vom 27. Januar 1911 hat die Verwaltung der Margaretha- und Josephinen-Stiftung mit einem von dem Kemptener Privatier Adolf Albrecht ihr zugewendeten Kapital von 3000 Mark eine weitere Stiftung gegründet.
Dieses Geld diente der Unterstützung in Kempten beheimateter, katholischer, hilfsbedürftiger Gewerbemeister, gleichviel, ob sie ihr Gewerbe noch ausübten oder durch hohes Alter/Krankheit nicht mehr arbeitsfähig waren.
Auch die Joseph Bachschmid'sche Stiftung zugunsten des Handwerkerstandes in Kempten wurde mit Urkunde vom 23. Oktober 1897 unter der Verwaltung der Margaretha- und Josephinen-Stiftung gestellt; das Kapital belief sich auf 11.000 Mark. Bachschmid hatte angeordnet, dass die Ausleihung der Darlehen an die hier beheimateten Gewerbemeister ohne Unterschied der Konfessionen zu erfolgen habe.
Dieses Geld diente der Unterstützung in Kempten beheimateter, katholischer, hilfsbedürftiger Gewerbemeister, gleichviel, ob sie ihr Gewerbe noch ausübten oder durch hohes Alter/Krankheit nicht mehr arbeitsfähig waren.
Auch die Joseph Bachschmid'sche Stiftung zugunsten des Handwerkerstandes in Kempten wurde mit Urkunde vom 23. Oktober 1897 unter der Verwaltung der Margaretha- und Josephinen-Stiftung gestellt; das Kapital belief sich auf 11.000 Mark. Bachschmid hatte angeordnet, dass die Ausleihung der Darlehen an die hier beheimateten Gewerbemeister ohne Unterschied der Konfessionen zu erfolgen habe.
Margaretha Rauch - eine einfache Kemptnerin
Wir schauen uns noch einmal in Muße das Bild der Wohltäterin Margaretha Rauch an mit ihren gutmütig-freundlichen Gesichtszügen, aus denen es leuchtet wie Sonnenschein des Glücks und der Zufriedenheit.
Martin Leichtle wußte um die Entstehung dieses Bildes und hat uns folgende kleine Geschichte dazu hinterlassen: "Margaretha Rauch wollte sich absolut nicht malen lassen und weigerte sich strikt, einem Maler zu sitzen. Irgendwie mußte man sie also überlisten, wenn man ein Bild von ihr haben wollte. Wie stellte man dies nun an? Man schnitt einfach ein Loch in die Tür ihres Wohnzimmers. Draußen saß der Maler, drinnen sie, und so schuf Anton Boch sein Meisterwerk, das wir heute bewundern dürfen."
Margaretha Rauch, die einfache Kemptnerin, die ihr Leben lang unendlich viel Gutes tat, wurde am 22. Februar 1773 geboren und starb, 82jährig, am 2. Mai 1855.
Martin Leichtle wußte um die Entstehung dieses Bildes und hat uns folgende kleine Geschichte dazu hinterlassen: "Margaretha Rauch wollte sich absolut nicht malen lassen und weigerte sich strikt, einem Maler zu sitzen. Irgendwie mußte man sie also überlisten, wenn man ein Bild von ihr haben wollte. Wie stellte man dies nun an? Man schnitt einfach ein Loch in die Tür ihres Wohnzimmers. Draußen saß der Maler, drinnen sie, und so schuf Anton Boch sein Meisterwerk, das wir heute bewundern dürfen."
Margaretha Rauch, die einfache Kemptnerin, die ihr Leben lang unendlich viel Gutes tat, wurde am 22. Februar 1773 geboren und starb, 82jährig, am 2. Mai 1855.
